Potenz

Die Möglichkeit, Fähigkeit oder das Vermögen eines Seienden, etwas zu werden oder zu tun. Die Potenz ist der Gegenbegriff zum Akt: Während der Akt die Verwirklichung bezeichnet, meint die Potenz die noch nicht verwirklichte Möglichkeit. Beide zusammen bilden das Grundprinzipienpaar Akt und Potenz.

Die Potenz gliedert sich in: Aktive Potenz (intrinsischer Entwicklungshang), Passive Potenz (Empfänglichkeit für Einwirkung von außen), Potentia Subjectiva (reales Vermögen eines existierenden Seienden) und Potentia Objectiva (bloße Denkmöglichkeit). Für die Personalontologie ist entscheidend: Es gibt keine Potentia Subjectiva, Person zu werden — es gibt keine potentiellen Personen. Die Person ist von der Empfängnis an (vgl. Bexten 2017, S. 166–178).

Ontologische Einordnung:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein

Siehe auch: Akt, Akt und Potenz, Aktive Potenz, Passive Potenz, Personsein, Embryo, Erste Dimension, Aristoteles, Thomas von Aquin