Philosophie (griech. φιλοσοφία, philosophía) ist die Wissenschaft, die durch geistige Einsicht (intellectus) notwendige Wesenswahrheiten und erste Prinzipien des Seienden erkennt. Ihre Grundmethode ist die Einsicht in apriorische, notwendige Sachverhalte.
Abgrenzung zur Naturwissenschaft
Im Unterschied zur Naturwissenschaft erfasst Philosophie das Wesen der Dinge — nicht nur deren empirisch messbare Eigenschaften. Die Naturwissenschaft setzt Voraussetzungen, die sie selbst nicht begründen kann: dass es eine reale Außenwelt gibt, dass sie erkennbar ist, dass Kausalität gilt. Diese Voraussetzungen zu begründen ist Aufgabe der Philosophie, insbesondere der philosophia prima (Metaphysik).
Philosophie und Personsein
Die Frage, was eine Person ist, ist keine naturwissenschaftliche, sondern eine philosophische Frage. Sie betrifft das Wesen des Menschen, nicht seine empirisch messbaren Eigenschaften. Der Szientismus — die These, nur naturwissenschaftliche Erkenntnis sei gültige Erkenntnis — widerspricht der Philosophie als Wissenschaft und kann die Personbegriffsfrage nicht angemessen stellen.
Quellenangaben:
- Aristoteles: Metaphysik. Übers. H. Bonitz, neu bearb. v. H. Seidl. Hamburg: Meiner (Philosophische Bibliothek, Bd. 307/308), 3. Aufl. 1991.
- Thomas von Aquin: Summa theologiae, I, q. 1 (De sacra doctrina). — Dt.: Die deutsche Thomas-Ausgabe (DThA), Bd. 1. Salzburg: Pustet.