Mögliches Sein

Seiendes im Sinn der Denkmöglichkeit (potentia objectiva); logische Widerspruchsfreiheit ohne reale Existenz. Das Mögliche Sein ist einer der Seinsmodi, die Roman Ingarden unterschieden hat: Es bezeichnet dasjenige, was denkbar ist, ohne wirklich zu existieren. Es steht im Gegensatz zum Realen Sein und zum Idealen Sein.

Für die Personalontologie ist die Unterscheidung zwischen möglichem und realem Sein zentral: Eine zukünftige Person befindet sich im Modus des möglichen Seins — sie existiert noch nicht real und besitzt daher noch kein reales Personsein und keine reale ontologische Würde. Sobald sie aber empfangen wird, geht sie vom möglichen in das reale Sein über und besitzt sofort und unverlierbar volles Personsein. Es gibt keine potentiellen Personen — nur mögliche zukünftige und real existierende (vgl. Bexten 2017, S. 170–175).

Ontologische Einordnung:

Ontologische Beziehungen:

  • disjunkt mit: Reales Sein, Ideales Sein

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein

Siehe auch: Sein, Seiendes, Seinsmodus, Absolutes Sein, Potenz, Person, Existenzform, Roman Ingarden