Macht
Die Fähigkeit, auf andere Personen oder die Welt einzuwirken. Macht ist an sich weder gut noch schlecht — ihre sittliche Qualität hängt davon ab, ob sie im Dienst der Person (gemäß der Personalistischen Norm) oder gegen die Person (als Instrumentalisierung) eingesetzt wird.
Macht und Verantwortung
Macht setzt Freiheit voraus und begründet Verantwortung. Wer Macht über andere hat, steht in einer besonderen Pflicht gegenüber deren Würde und Personsein. Macht ohne Verantwortung führt zur Personvergessenheit: Wo Menschen als bloße Mittel zum Machterhalt behandelt werden, wird die Personalistische Norm verletzt.
Formen der Macht
- Politische Macht: Die Fähigkeit, über die Lebensbedingungen anderer zu entscheiden. Legitim nur, wenn sie der Entfaltung des Personseins dient.
- Wirtschaftliche Macht: Die Verfügung über Geld und Ressourcen. Gefährlich, wenn sie Personen auf ihren „Marktwert” reduziert.
- Technologische Macht: Die Fähigkeit, durch Technologie die Bedingungen des Personseins zu verändern — etwa durch Künstliche Intelligenz oder Überwachungstechnologie.
Macht und Personvergessenheit
Die größte Gefahr der Macht liegt in der Versuchung, die Person dem eigenen Willen zu unterwerfen. Krieg ist die radikalste Form dieser Versuchung: organisierte Gewalt, die Personen zu Feinden reduziert und ihre Würde im Töten systematisch negiert. Doch auch subtilere Formen — Instrumentalisierung, Manipulation, Überwachung — sind Ausdruck personvergessener Macht.
Ontologische Einordnung:
- Oberklasse: Seiendes
- Sittliche Bewertung: abhängig vom Bezug zur Personalistischen Norm
Siehe auch: