Samenspende
Die Samenspende ist ein reproduktionsmedizinisches Verfahren, bei dem ein Mann sein Sperma zur Verfügung stellt, damit eine Frau ein Kind empfangen kann, ohne dass der genetische Vater als sozialer Vater in Erscheinung tritt. Aus personalontologischer Sicht wirft die Samenspende grundlegende Fragen auf, weil sie die Vaterschaft bewusst aufspaltet und damit eine fragmentierte Elternschaft erzeugt.
Das Kind, das durch Samenspende entsteht, wird von Anfang an in eine Situation hineingestellt, in der seine leibliche Herkunft nicht mit seiner sozialen Wirklichkeit übereinstimmt. Die Personalistische Norm fordert, dass die Person — auch die zukünftige Person — nie bloß als Mittel behandelt wird. Wenn die Zeugung eines Kindes von der personalen Beziehung der Eltern abgelöst und zu einem technischen Vorgang wird, besteht die Gefahr, dass das Kind als Gegenstand eines Wunsches statt als Jemand mit eigenem Recht betrachtet wird. Die Samenspende gehört wie die Eizellspende und die Leihmutterschaft zu den Verfahren, die im Licht der Personalontologie einer kritischen Prüfung bedürfen.
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