Das Selbst / Ich
Das Selbst oder Ich bezeichnet den inneren Kern der Person — jenes unverwechselbare Zentrum, von dem aus der Mensch “ich” sagt, sich selbst erfährt und über sich verfügt. Es ist nicht ein Teil des Menschen neben anderen Teilen, sondern die Person selbst in ihrer Innerlichkeit. Wenn der Mensch sagt “ich denke”, “ich will”, “ich liebe”, dann verweist dieses “ich” auf den ganzen Menschen als personales Subjekt.
Das Selbst ist kein Konstrukt, keine Illusion und kein bloßes Ergebnis neuronaler Prozesse. Die unmittelbare Selbstgewissheit — si fallor, sum (“wenn ich mich täusche, bin ich”) — gehört zu den ursprünglichsten Erfahrungen der Person. Selbstbewusstsein ist nicht etwas, das zur Person erst hinzukommt, sondern eine Weise, in der sie sich selbst gegenwärtig ist. In der zweiten Dimension des Personseins zeigt sich das Ich als Herr seiner selbst: frei, verantwortlich, fähig zur Erkenntnis und zur Selbstbestimmung. Zugleich ist das Selbst kein geschlossenes System — es ist wesenhaft offen für den Anderen und fähig zur Selbsttranszendenz. Die Frage “Wer bin ich?” ist letztlich die Frage nach dem Jemand, der jeder Mensch ist.
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