Sittliches Sollen

Die irreduzible Erfahrung, dass bestimmte Handlungen kategorisch gefordert sind — nicht bloß vorteilhaft oder konventionell. Das sittliche Sollen ist nicht ableitbar aus Begierde, sozialer Konvention, Eigeninteresse oder reiner Vernunft allein. Hildebrand: “Jedes Gut, das einen Wert besitzt, erlegt uns die Pflicht auf, ihm eine adäquate Antwort zu geben.” Reinach zeigte die Irreduzibilität moralischer Pflichten.

Das Sittliche Sollen ist ein Urphänomen — es kann nicht auf etwas anderes zurückgeführt werden. Es setzt Moralische Relevanz voraus: Nur wo ein Seiendes einen Wert besitzt, kann ein Sollen auftreten. Das Sittliche Sollen verwirklicht sich in der Dritten Dimension des Personseins, in der die Person durch ihre überaktuellen Grundhaltungen, Gedanken, Worte und Taten sittlich vollkommener oder schlechter wird (vgl. Bexten 2017, S. 215–225).

Ontologische Einordnung:

  • Oberbegriff: Urphänomen

Ontologische Beziehungen:

Kapitelzuordnung: Kapitel 4: Personsein, Kapitel 5: Personvergessenheit

Siehe auch: Moralische Relevanz, Wertantwort, Ehrfurcht, Personalistische Norm, Dritte Dimension, Würde, Person, Freier Wille, Naturrecht, Dietrich von Hildebrand, Adolf Reinach