Trauer

Trauer ist die tiefe affektive Antwort der Person auf einen Verlust — insbesondere auf den Verlust eines geliebten Menschen. Sie gehört zur Affektivität des Menschen und bezeugt die Wirklichkeit personaler Verbundenheit: Nur wer wirklich geliebt hat, kann wirklich trauern. Trauer ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck der Tiefe, die dem personalen Leben eigen ist.

Aus personalontologischer Sicht offenbart die Trauer mehreres zugleich: Sie zeigt, dass die Liebe nicht bloß ein Gefühl ist, das mit dem Anlass verschwindet, sondern eine personale Haltung, die den Verlust überdauert. Sie zeigt die Leib-Seele-Einheit des Menschen, denn Trauer ergreift den ganzen Menschen — leiblich und geistig zugleich. Und sie zeigt die Tiefe der interpersonalen Beziehung: Der Andere war kein austauschbarer Funktionsträger, sondern ein unverwechselbarer Jemand. Die Trauer ist das affektive Gegenstück zur Freude und gehört wie diese zu den personalen Grunderfahrungen, die nur einem geistigen Wesen möglich sind.

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