Ein Gamet ist eine haploide Fortpflanzungszelle, die bei der Befruchtung mit einer Gamete des anderen Geschlechts zur diploiden Zygote verschmilzt. Beim Menschen trägt sie 23 Chromosomen.
Ontologische Einordnung
- ist Unterklasse von: Keimbahnzelle, also Teil der Keimbahn
- ist haploid
- hat Unterklasse: Eizelle und Spermium
- ist keine menschliche Person — und diese Aussage ist hier korrekt und gewollt
Warum „keine Person” hier zutrifft
Das Personsein beginnt mit der Befruchtung (vgl. Beginn des Menschseins). Eine Keimzelle ist ein Teil eines Organismus, kein Organismus; sie hat keine eigene Entwicklungsrichtung auf ein Individuum hin, sondern erschöpft sich darin, mit einer anderen zu verschmelzen. Aus der aktiven Potenz eines Embryos folgt Personsein, aus der Verschmelzungsbereitschaft einer Gamete nicht.
Diese Abgrenzung ist scharf und unstrittig. Genau deshalb ist sie aber auch folgenreich, wenn man sie unbedacht ausdehnt.
Die Grenze der Abgrenzung
Neuere Verfahren erzeugen Zwischenzustände, die weder durch Befruchtung entstanden noch aus der Keimbahn hervorgegangen sind. Bei der Mitomeiose greift für zwei aufeinanderfolgende Zustände keines der beiden üblichen Kriterien — und dennoch sind sie verschieden zu behandeln.
Der Zustand vor der erzwungenen Reduktionsteilung ist diploid und materiell dieselbe Konstruktion wie beim Klonen; was aus ihm wird, entscheidet erst der nächste technische Schritt. Ihn einfach als Gamete einzuordnen wäre bequem — und wäre keine Feststellung, sondern eine Entscheidung: Sie würde die Frage des Personstatus stillschweigend verneinen, ohne dass die Verneinung irgendwo ausgesprochen wäre. Hier ist der Status offen zu halten und nach dem Grundsatz in dubio pro persona zu verfahren — ebenso, wie es beim synthetischen Embryomodell geschieht.
Der Zustand nach der Reduktion liegt anders. Er ist haploid und hat keine Entwicklungsrichtung außer der Verschmelzung — damit erfüllt er gerade jene Bestimmung, mit der dieser Artikel die Gamete vom Embryo abgrenzt. Dass er kein Gamet im gewöhnlichen Sinn ist, weil ihm Keimbahnherkunft und Rekombination fehlen, macht ihn zu einem schlechten Gameten, nicht zu einem Kandidaten für Personsein. Hier bleibt die Art-Zuordnung offen, ohne dass die Personfrage berührt wäre; der tutioristische Grundsatz greift nicht (näher unter Ontologisch unklarer Status).
Siehe auch
- Eizelle, Keimbahn
- Meiose, Genomische Prägung
- Befruchtung, Beginn des Menschseins
- Gametenspende
- In-vitro-Gametogenese, Mitomeiose
- Synthetisches Embryomodell
Quellenangaben: Generiert via Abfrage aus der Personseins-Ontologie. Recherchestand 27. Juli 2026.