Leibliche Selbsthingabe

Die leibliche Selbsthingabe ist ein personaler Akt, in dem sich die Person durch ihren Leib einem anderen Menschen ganz schenkt. Weil der Mensch eine Leib-Seele-Einheit ist, ist die leibliche Hingabe nie bloß ein körperlicher Vorgang: Sie drückt die Hingabe der ganzen Person aus und hat daher eine Tiefe, die über das rein Physische hinausgeht.

In der ehelichen Vereinigung findet die leibliche Selbsthingabe ihren eigentlichen Ort. Hier schenken sich zwei Personen einander in einer Weise, die die Communio personarum in ihrer tiefsten Form verwirklicht. Karol Wojtyła hat herausgearbeitet, dass die leibliche Selbsthingabe die “Sprache des Leibes” spricht: Sie sagt mit dem Leib, was die Person als ganze meint — nämlich die bedingungslose Bejahung des Anderen. Wo die leibliche Vereinigung ohne diese personale Hingabe stattfindet, wird die Sprache des Leibes zur Lüge, und es droht die Instrumentalisierung der Person. Die Personalistische Norm fordert, dass die leibliche Selbsthingabe stets Ausdruck wirklicher Liebe ist und nicht des bloßen Gebrauchs.

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