Bejahung

Bejahung meint die grundlegende Zustimmung zum Sein einer Person um ihrer selbst willen. Sie ist der Kern der Liebe und gehört zur dritten Dimension des Personseins: dem qualitativ vervollkommneten Sein der menschlichen Person (Bexten 2017, S. 271 ff.).

Bejahung und Liebe

Die Bejahung ist mehr als ein Gefühl: Sie ist ein Willensakt, der die andere Person als Jemand anerkennt — nicht als Mittel, sondern als Zweck an sich. Karol Wojtyła formuliert dies in der personalistischen Norm: Die Person darf niemals bloß als Mittel gebraucht werden, sondern ist immer um ihrer selbst willen zu bejahen.

Bejahung und Selbsttranszendenz

In der Bejahung überschreitet die Person sich selbst (Selbsttranszendenz). Sie tritt aus der Selbstbezogenheit heraus und wendet sich dem Anderen zu. Das Gegenteil — die curvatio in se ipsum — ist die Verkrümmung in sich selbst, die Unfähigkeit zur Bejahung des Anderen.

Bejahung und Verzeihen

Das Verzeihen ist eine besondere Form der Bejahung: Die Person bejaht den Anderen auch dann, wenn dieser schuldig geworden ist. Verzeihen setzt Freiheit, Vernunft und Selbstbewusstsein voraus und zeigt damit die volle Entfaltung des Personverhaltens.

Ontologische Grundlage

Die Fähigkeit zur Bejahung gründet im Sein der Person selbst. Weil die Person eine geistige Substanz ist, die über Innerlichkeit und Intentionalität verfügt, kann sie sich dem Anderen öffnen. Hans Eduard Hengstenberg beschreibt den Menschen als das zur Liebe berufene Wesen.

Ontologische Zuordnung: Bejahung ist (gemäss Ontologie) Unterklasse von InterpersonaleRelation und Urphänomen; sie setzt den freien Willen voraus (setztVoraus FreierWille).

Siehe auch