Sühne
Der bewusste Akt, durch den die schuldige Person die gestörte sittliche Ordnung wiederherzustellen sucht. Sühne ergänzt Reue (als innere Haltung) und Wiedergutmachung (als materielle Behebung) um die sittlich-geistige Dimension.
Sühne als personaler Akt
Thomas von Aquin versteht Sühne (satisfactio) als einen Akt, der Reue voraussetzt und sie durch die aktive Übernahme einer der Schuld angemessenen Last ergänzt. Sühne ist damit zutiefst personal: Nur eine Person kann sühnen, weil nur sie Freiheit, Gewissen und Selbstbewusstsein besitzt. Sühne gehört zur Dritten Dimension des Personseins — der sittlichen Vervollkommnung.
Unterschied zur Wiedergutmachung
Während Wiedergutmachung den konkreten Schaden behebt (materielle Dimension), richtet sich Sühne auf die gestörte sittliche Ordnung selbst (geistige Dimension). Wiedergutmachung fragt: Was kann repariert werden? Sühne fragt: Wie steht die Person zu ihrer eigenen Schuld? Beides ist notwendig, aber Sühne geht tiefer — sie betrifft das Verhältnis der Person zur Wahrheit über sich selbst und zur Personalistischen Norm, die sie verletzt hat.
Ontologische Beziehungen:
- ist Unterklasse von: Handlung
Siehe auch: