Versöhnung
Versöhnung ist der Prozess der Wiederherstellung einer durch Schuld zerbrochenen interpersonalen Beziehung. Sie setzt dreierlei voraus: Reue des Schuldigen, Vergebung des Verletzten und gemeinsames Bemühen um Wiedergutmachung. Versöhnung ist damit ein zutiefst personaler Akt, der die Freiheit beider beteiligter Personen erfordert.
Als Prozess steht die Versöhnung im Dienst der Interpersonalität: Sie stellt die zerbrochene Beziehung zwischen Personen wieder her und ermöglicht erneut die Bejahung des anderen als Jemand. Die Versöhnung zeigt, dass die Dritte Dimension des Personseins — die freie Hinwendung zum anderen — auch dort noch möglich ist, wo Schuld die Beziehung scheinbar unwiderruflich zerstört hat. Sie ist damit ein Zeugnis für die Unzerstörbarkeit der personalen Würde und der Fähigkeit zur Liebe.
Ontologische Einordnung
Oberbegriff: Prozess
Ontologische Beziehungen:
- setzt voraus: Schuld, Reue, Vergebung
- stellt wieder her: Interpersonalität