Seinsbegriff
Der Seinsbegriff ist der grundlegendste und zugleich am schwersten zu bestimmende Begriff der Metaphysik: Was meinen wir, wenn wir sagen, dass etwas ist? In der thomistischen Tradition ist Sein (esse) kein leerer Allgemeinbegriff, sondern der innerste Akt alles Wirklichen — der actus essendi. Für die Frage nach dem Personsein ist entscheidend, dass nur ein Seinsbegriff, der das Sein als Wirklichkeit und Fülle versteht, dem Personsein gerecht wird; ein rein formaler oder logischer Seinsbegriff greift zu kurz. Das Personsein fällt unter den substanziellen Seinsbegriff: Die Person ist ein ens per se, ein eigenständig Seiendes, dessen Sein nicht von einem anderen Träger abhängt (vgl. Bexten 2017, S. 115 ff.).
Ontologische Einordnung: Unterbegriffe: Existenzform, Seinsmodus
Ontologische Beziehungen:
- wird vorausgesetzt von: Seiendes
Siehe auch:
- Personsein
- Person
- Menschliche Person
- Seinsmodus
- Existenzform
- Metaphysik
- Substanz
- Akzidenz
- Akt und Potenz
- Form und Stoff
- Natur
- Jemand
- Erste Dimension
- Erkenntnis
- Wesensgesetz
- Urphänomen
- Basale Relationen
- Personbegriff
- Substanzontologischer Personbegriff
- Thomas von Aquin
- Aristoteles
- Kapitel 4: Personsein