Reue

Reue ist der personale Akt, in dem der Mensch seine eigene Schuld erkennt, sie als Verfehlung anerkennt und sich innerlich von ihr abwendet. Sie setzt Freiheit, Selbstbewusstsein und Gewissen voraus: Nur wer sich als Urheber seiner Handlungen weiß und das Gute vom Bösen zu unterscheiden vermag, kann bereuen.

Reue ist mehr als bloßes Bedauern über unerwünschte Folgen. Sie ist ein Akt der Innerlichkeit, in dem die Person sich selbst in ihrer Verfehlung erblickt und die Entscheidung trifft, anders zu werden. Damit gehört die Reue zur dritten Dimension des Personseins: Sie ist ein freier Akt der Selbstbestimmung, durch den der Mensch seine sittliche Verfehlung nicht leugnet, sondern annimmt und überwindet. Die Möglichkeit der Reue zeigt, dass der Mensch nicht auf seine Fehler festgelegt ist — er kann umkehren. Sie ist das innere Gegenstück zum Verzeihen, das von der anderen Person kommt: Reue öffnet den Weg, den das Verzeihen vollendet.

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