Sinn
Die objektive Bedeutsamkeit und Zielgerichtetheit des personalen Lebens. Die Frage nach dem Sinn ist eine Grundfrage der Person und verweist auf die Frage nach dem letzten Grund des Seienden. Sinn ist nicht etwas, das die Person willkürlich setzt oder erfindet, sondern etwas, das sie findet — in der Begegnung mit objektiven Werten, in der Hingabe an andere Personen, in der Ausrichtung auf Wahrheit und Gutheit.
Die Person ist das einzige Seiende, das nach Sinn fragen kann. Diese Fähigkeit gehört wesentlich zur dritten Dimension des Personseins — der Dimension der Selbsttranszendenz, in der die Person über sich selbst hinausgreift auf das, was sie übersteigt. Die ontologische Relation suchetSinn drückt aus, dass die Person wesensmäßig auf Sinn ausgerichtet ist: Nicht als optionale Beschäftigung, sondern als Grundvollzug personalen Lebens.
Sinn gründet als objektiver Wert im Seienden selbst. Er ist nicht reduzierbar auf subjektives Wohlbefinden oder Lustempfinden. Auch Leiden kann sinnvoll sein, wenn es in einem größeren Zusammenhang personaler Hingabe und Reifung steht. Die radikale Sinnlosigkeit — die Erfahrung, dass nichts mehr Bedeutung hat — ist daher eine der tiefsten Krisen der Person, weil sie die Grundausrichtung personalen Lebens bedroht.
Die Frage nach dem Sinn verweist letztlich auf die Frage nach dem Absoluten Sein — nach einem letzten Grund, der selbst nicht mehr sinnbedürftig ist, sondern Sinn gibt. In der thomistischen Tradition ist dies der Zusammenhang zwischen der Kontingenz des endlichen Seienden und der Notwendigkeit eines letzten Grundes: Die Person, die nach Sinn fragt, fragt implizit nach dem, was ihr Sein und alles Sein trägt.
Ontologische Einordnung
- Oberbegriff: Objektiver Wert
- Relation: range von suchetSinn
Ontologische Beziehungen:
- ist Unterklasse von: Objektiver Wert
- (invers) range: suchetSinn
Siehe auch: