Die folgende Übersicht zählt für jeden der vier in der Argumentenkarte vertretenen Personbegriffe die stützenden, widerlegenden und einwendenden Kanten. Die Zahlen sind unmittelbar aus dem Argumentationsnetz der Karte abgeleitet — jede Kante entspricht einer Stütz-, Widerlegungs-, Voraussetzungs- oder Einwand-Beziehung zwischen zwei Argumenten bzw. zwischen einem Einwand und einem gegnerischen Argument.
Gesamtbilanz
| Personbegriff | Argumente | Vertreter | Stützkanten (eingehend) | Widerlegt gegnerische Argumente | Wird widerlegt | Einwände gegen sich | Adäquat? |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Substanzontologisch-relational (Pb₂ / Spaemann) | 7 | 5 | 9 | 14 | 0 | 0 | ja |
| Substanzontologisch | 8 | 6 | 9 | 9 | 0 | 0 | nein |
| Empirisch-funktionalistisch | 4 | 4 | 0 | 0 | 20 | 6 | nein |
| Rein relational (Coeckelbergh) | 1 | 1 | 0 | 0 | 3 | 0 | nein |
Vertreter im Einzelnen:
- Substanzontologisch-relational: Bexten (2), Spaemann (2), Stein, Richard von Sankt-Viktor, Wojtyła
- Substanzontologisch: Alexander, Aristoteles (2), Boëthius, Seifert, Scheler, Thomas (2)
- Empirisch-funktionalistisch: Hume, Locke, Parfit, Singer
- Rein relational: Coeckelbergh
Lesart
Die Asymmetrie ist quantitativ eindeutig.
Die substanzontologische und substanzontologisch-relationale Seite bringt zusammen 15 Argumente in 11 Vertretern ein, die sich gegenseitig 18-mal stützen. Kein einziger Einwand richtet sich gegen sie; keine gegnerische Widerlegung trifft. Dabei ist der substanzontologisch-relationale Begriff der dichteste: Seine sieben Argumente empfangen zusammen neun Stützkanten und widerlegen allein vierzehn gegnerische Argumente — mehr als jede andere Position.
Die empirisch-funktionalistische Seite hält dem nichts Vergleichbares entgegen. Ihre vier Argumente empfangen keine einzige Stützkante aus dem eigenen Lager; sie sind durch Voraussetzungsketten verbunden (Singer setzt Locke voraus, Parfit setzt Hume und Locke voraus), aber nicht durch inhaltliche Stützung. Dagegen richten sich sechs Einwand-Kanten (aus drei Einwänden: Ausschluss-Einwand, Einwand der diachronen Identität, performativer Widerspruch) und zwanzig Widerlegungskanten aus der substanzontologischen und der substanzontologisch-relationalen Tradition.
Die rein relationale Position (Coeckelbergh) bleibt mit einem einzigen Argument isoliert und wird dreimal widerlegt, ohne selbst eine Gegenkante zu führen.
Warum gerade der substanzontologisch-relationale Personbegriff
Die Zahlen sagen nichts über die philosophische Wahrheit eines Personbegriffs — ein einziges starkes Argument kann hundert schwache überwiegen. Doch sie machen sichtbar, warum der substanzontologisch-relationale Personbegriff als der adäquateste gelten kann:
- Keine Angriffsfläche. Kein Einwand, keine Widerlegung trifft ihn.
- Höchste Offensivkraft. Seine Argumente widerlegen 14 gegnerische Argumente — mehr als die rein substanzontologische Linie (9) und deutlich mehr als jede andere Position.
- Integration statt Einseitigkeit. Er bewahrt die substanzontologische Grundlage (Boëthius, Thomas) und trägt die relationale Dimension (Richard, Wojtyła, Spaemann) — und hält den radikalsten aller Einwände, den performativen Widerspruch, als eigene Waffe bereit.
- Tragfähigkeit für andere. Seine Kernargumente (Spaemanns Natur-als-Grund, Richards incommunicabilis existentia) dienen Wojtyłas personalistischer Norm und Bextens Aufhebungs-Syllogismus als Voraussetzung — das Netz trägt sich selbst.
Quellenangaben: Bexten 2017, Kap. 6 (dialektische Bilanz der Personbegriffe — methodisches Eigenkonzept des Autors); Zahlen abgeleitet aus der Argumentenkarte zum Personbegriff (Stand: 20 Argumente, 18 Stütz-, 23 Widerlegungs-, 10 Voraussetzungs- und 6 Einwand-Kanten).