Über das Projekt

Ein Buch — und mehr als ein Buch

Dieses Buch basiert auf der Dissertation Was ist menschliches Personsein? Der Mensch im Spannungsfeld von Personvergessenheit und unverlierbarer ontologischer Würde (Bexten 2017).

Was Sie hier lesen, ist die digitale Fassung eines philosophischen Sachbuches. Doch hinter den Seiten, die Sie durchblättern, steckt noch etwas anderes: ein weiterführendes Projekt, das die Gedanken dieses Buches in eine neue Form bringt.

Eine Ontologie des menschlichen Personseins

Im Hintergrund dieser Webseite entsteht eine formale Ontologie des menschlichen Personseins — ein systematisches Begriffsnetz, das die philosophischen Einsichten dieses Buches in eine logisch strenge Struktur überführt.

Was heißt das? Die zentralen Begriffe — Person, Personsein, Substanz, Natur, Würde, Erste, Zweite und Dritte Dimension und viele weitere — werden nicht nur beschrieben, sondern in ihren Beziehungen zueinander so festgehalten, dass ein Ganzes entsteht, das in sich zusammenhängt.

Vollständige Widerspruchsfreiheit

Das Besondere an diesem Projekt ist der Anspruch auf vollständige Widerspruchsfreiheit. Jeder Begriff, jede Beziehung, jedes Axiom der Ontologie wird so formuliert, dass es mit allen anderen verträglich ist — ohne Ausnahme. Was in der Philosophie oft nur behauptet wird, wird hier überprüfbar gemacht.

Das bedeutet nicht, dass die Ontologie die Wirklichkeit der Person erschöpft — das kann kein formales System. Aber es bedeutet, dass die hier getroffenen Aussagen einander nicht widersprechen und gemeinsam ein kohärentes Bild des menschlichen Personseins ergeben.

Warum das wichtig ist

Eine widerspruchsfreie Ontologie des Personseins ist mehr als eine akademische Übung. Sie zeigt, dass sich über den Menschen streng und zusammenhängend nachdenken lässt — ohne in Beliebigkeit oder bloße Meinung abzugleiten. Sie ist der Versuch, das, was die philosophische Tradition über die Person erkannt hat, in einer Form festzuhalten, die auch dem kritischsten Blick standhält.

Ein Projekt im Werden

Die Ontologie ist noch nicht abgeschlossen. Sie wächst mit dem Buch und über es hinaus. Was Sie auf diesen Seiten bereits sehen — die Vernetzung der Begriffe, der Denker, der Kapitel untereinander — ist ein erster sichtbarer Ausdruck dieses Projekts.

Ein Beispiel: Das Buch behandelt die Frage, was eine Person ist — und die Ontologie ermöglicht es, diese Einsichten auf neue Fragen anzuwenden. Die Konzeptseiten zu Künstlicher Intelligenz und KI-Ethik zeigen, wie die personalontologischen Grundlagen — etwa die Unterscheidung von Personsein und Personverhalten, von Jemand und bloßem Etwas — eine klare Antwort auf die Frage geben, ob eine KI eine Person sein kann. Die Ontologie formalisiert: Künstliche Intelligenz ist disjunkt mit Person — sie kann Personverhalten simulieren, besitzt aber weder Innerlichkeit noch Selbstbewusstsein, weder Freiheit noch Würde. So wird aus einer philosophischen Einsicht eine überprüfbare Aussage.

Mehr wird folgen.

Die Konzeptseiten

Neben dem Buchtext enthält diese Webseite über 170 Konzeptseiten, die die zentralen Begriffe der Ontologie in verständlicher Sprache erläutern und miteinander vernetzen. Diese Seiten sind aus der formalen Ontologie abgeleitet und spiegeln die aktuelle Arbeit des Autors wider — sie gehen in vielen Anwendungsbereichen über die Dissertation hinaus.

Zur Herkunft, Methodik und zu den Hinweisen zu den Konzeptseiten siehe: Über die Konzeptseiten.

Hinweis zu ethischen Urteilen

Die ethischen Urteile, die die Ontologie fällt, beziehen sich gemäß ihrer Logik ausschließlich auf Handlungen — niemals auf Personen. Wenn die Ontologie eine Handlung als „in sich schlecht” oder als Form der Personvergessenheit klassifiziert, dann ist damit die Handlung als solche gemeint, nicht die Person, die sie ausführt.

Dies folgt aus dem Grundprinzip der Ontologie selbst: Es gilt immer und ausnahmslos die Personalistische Norm, die besagt, dass die Person um ihrer selbst willen zu bejahen und zu lieben ist. Jede Person besitzt unverlierbare Würde — unabhängig davon, was sie tut oder getan hat. Die Würde gründet im Personsein, nicht im Handeln. Auch eine Person, die eine sittlich falsche Handlung begeht, bleibt Person mit voller Würde.

Die Ontologie unterscheidet also streng zwischen der sittlichen Bewertung einer Handlung und der unantastbaren Würde der handelnden Person. Diese Unterscheidung ist kein Zusatz, sondern das Herzstück der personalontologischen Ethik. Es handelt sich dabei um wissenschaftliche Erkenntnis der praktischen Philosophie — nicht um persönliche Meinung oder moralische Verurteilung, sondern um Einsichten in Wesensgesetze des sittlichen Handelns, die durch die phänomenologische Methode gewonnen und in der Ontologie formal abgebildet werden.


Raphael E. Bexten